Tobias Moretti

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Tobias Moretti wurde in Tirol geboren und studierte zunächst Musik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Nach seiner Theaterausbildung an der Otto-Falckenberg-Hochschule München wechselte er noch während seines ersten Engagements am Staatstheater Hannover zu Frank Baumbauer ans Residenztheater München. 1984/85 war er dort Ensemblemitglied und spielte u. a. den „Katzelmacher“ (Rainer Werner Fassbinder), „Hahnenkampf“ (Ruth Drexel), „King Lear“ (Hans Lietzau) und „Das Leben des Galilei“ (Peter Löscher). 1986 wechselte er zum Ensemble der Münchner Kammerspiele; hier feierte er Erfolge in diversen Titelrollen, so etwa „Troilus und Cressida“ (Dieter Dorn), Achternbuschs „Der Frosch“ sowie Hans Lietzaus letzter Inszenierung, dem „Theatermacher“ von Thomas Bernhard.

Nach ersten Gastspielen in Wien – „Verschwender“ und „Victor oder Die Kinder an die Macht“ an der Josefstadt - debütierte er 1995 am Wiener Burgtheater in Anton Cechovs „Der Heiratsantrag“ mit Anne Bennent. 1997/98 gab er sein Debüt an der Wiener Volksoper in Carl Orffs „Die Bernauerin“ (Regie: Thomas Langhoff). 2001 spielte er die Titelrolle in der Uraufführung von Botho Strauß‘ „Der Narr und seine Frau / Pancomedia“ am Schauspielhaus Bochum (Regie: Matthias Hartmann). Ferner gab er mit Mozarts „Don Giovanni“ sein Opern-Regiedebüt in Bregenz 2001. Seit 2002 war er im Salzburger „Jedermann“ Teufel und Guter Gesell. 2005 spielte er die Titelrolle in Martin Kusejs Inszenierung von Grillparzers „König Ottokars Glück und Ende“ bei den Salzburger Festspielen, die anschließend als Jubiläumsinszenierung zum 50jährigen Jahrestag der Wiedereröffnung am Burgtheater Wien gespielt wurde. Im Februar 2006 inszenierte er am Opernhaus Zürich „La finta giardiniera“ (musikalische Leitung: Nikolaus Harnoncourt).

Seit Anfang der 90er Jahre wandte sich Tobias Moretti verstärkt dem Medium Film zu. Den Anfang machte Felix Mitterers „Piefke Saga“. Nach einem Serienausflug folgten u. a. der Kinofilm „Workaholic“ (1996, Regie: Sharon von Wietersheim), „Krambambuli“ (1998, Xaver Schwarzenberger), „Todfeinde“ (1999, Oliver Hirschbiegel), „Deine besten Jahre“ (1999, Dominik Graf), „Die Nichte und der Tod“ (1999, Peter Payer), „Cristallo di rocca“ (Maurizio Zaccaro), „Tanz mit dem Teufel“ (2000, Peter Keglevic), „Hexenherz“ (Hartmut Schön), „1809 – Andreas Hofer“ (Xaver Schwarzenberger) „Schwabenkinder“ (Jo Baier), „The Return of the Dancing Master“ nach dem Roman von Henning Mankell (Regie: Urs Egger), die moderne Adaption von Kleists „Käthchen von Heilbronn“ („Käthchens Traum“) unter Jürgen Flimm, „Speer & Er“ von Heinrich Breloer (als Adolf Hitler). In letzter Zeit stand er u. a. in den Kinofilmen „Der Liebeswunsch“ nach Dieter Wellershoff (Regie: Torsten Fischer), „Du gehörst mir“ (Regie: Tobias Ineichen) „Die Schatzinsel“ (Regie: Hans Jörg Thurn) und „Umbra Mortis“ (Regie: Urs Egger) vor der Kamera.

Tobias Moretti wurden zahlreiche Auszeichnungen zuerkannt: Unter anderem wurde er von der Bayrischen Akademie der Künste als bester Schauspieler des Jahres ausgezeichnet, ferner erhielt er den Bayrischen Filmpreis (1995), den Goldenen Löwen (1996), die Silver Tulip (1997), den italienischen Telegatto, den Bayrischen Fernsehpreis (1999, 2004), den Grimmepreis (2000, 2002), sowie mehrmals die Romy. Im März 2006 wurde ihm für „König Ottokar“ der Eysoldt-Ring der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste verliehen.

Tobias Moretti, Photo: Carlos de Mella
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