Stabat mater
Dvořák: Stabat mater, op. 58
Elisabeth Kulman, Mezzosopran
Saimir Pirgu, Tenor
Ruben Drole, Bass
Arnold Schoenberg Chor
Chamber Orchestra of Europe
Nikolaus Harnoncourt, Dirigent
Der Schmerz der Gottesmutter unter dem Kreuz ihres Sohnes war für Antonín Dvořák der Schmerz jeder Mutter und jedes Vaters, die ihr Kind verloren haben. Im August 1875 starb das neugeborene Töchterchen Josefa. Zwei Jahre später vergiftete sich die einjährige Ružena mit einem Glas Phosphor, das die Eltern Dvořák unbeachtet hatten stehen lassen. Wenige Wochen darauf starb der dreijährige Otakar an den Pocken. Plötzlich war es totenstill in der Prager Wohnung. Der Komponist holte sein Stabat Mater wieder hervor, um es zu vollenden und zu instrumentieren – ein Mahnmal für die drei verstorbenen Kinder und eines der größten oratorischen Werke des 19. Jahrhunderts. Mit keinem anderen seiner großen Werke hatte Dvořák zu Lebzeiten so anhaltenden Erfolg: Der glühende Operngesang der Solisten und die gewaltigen Steigerungen in Chor und Orchester waren sein Tribut an die Konzertsäle der Epoche. Die Melodien aber künden vom Volksleben seiner Heimat und ihrer schlichten Frömmigkeit. „Gott gebe, dass alles wieder gut werde“, schrieb Dvořák einem anderen trauernden Vater in einem Brief. Sein Stabat mater schließt mit der leuchtenden Vision des Paradieses.
Vor jeder Aufführung bieten wir eine Werkeinführung an, die Thomas Höft gestaltet.
Beginn jeweils 19 Uhr. Eintritt frei!
Radioübertragung: So, 15. Juli, 11.00 Uhr, Ö1



