Zur Edition
Sommer für Sommer, und das seit dem Jahr 1985, verwandelt sich Nikolaus Harnoncourts Heimatstadt Graz zu einem Laboratorium, in dem der Dirigent Meisterwerke der Musik erforscht und ganz neu erlebbar macht. Der Raum dafür: Das styriarte-Festival, wo ebenso konzentriert wie entspannt an unerhörten Nuancen großer Partituren gefeilt werden kann, und wo ein neugieriges Publikum darauf wartet, die neuen Wege mit zu gehen.
Es sind Jahr für Jahr drei oder vier Produktionen, die Harnoncourt bei der styriarte herausbringt, zusammen mit seinen liebsten musikalischen Partnern und in den wunderbaren Sälen der steirischen Hauptstadt, im klassizistischen Stefaniensaal von 1908 und in der funktionellen Helmut-List-Halle von 2003, bei deren Konzeption Harnoncourt selbst Mitsprache hatte. Ungezählte Produktionen aus dieser Atmosphäre haben nicht nur im Moment ihres Erklingens tausende Zuhörer verzaubert, sie haben auch ihren Weg in die Welt gefunden, als Radio- und TV-Übertragungen ebenso wie als CD-Editionen und DVD-Produktionen für verschiedene Labels.
Ein ganz besonderer Moment in der Beziehung zwischen Nikolaus Harnoncourt und der styriarte war das Angebot des Dirigenten, seine erste und letzte und einzige Regiearbeit in Graz machen zu wollen, Mozarts „Idomeneo“. Um das Ergebnis dieser Arbeit, das in der Grazer Helmut-List-Halle im Juli 2008 in sechs Vorstellungen präsentiert wurde, auch der Welt zu zeigen, haben wir diese „styriarte Festival Edition“ ins Leben gerufen.
Jetzt, da die Edition schon einmal eingeführt ist, wollen wir in den kommenden Jahren in loser Folge weitere Höhepunkte von Harnoncourts Arbeit in Graz zeigen, allesamt orientiert an dieser ersten Nummer: Was man da in der Hand hat, das sollte mit dem Inhalt übereinstimmen, kurz: Es soll eine lebendige Edition sein.
Mathis Huber
Idomeneo 2008
Nikolaus Harnoncourts Triumph als Dirigent und Regisseur bei der styriarte 2008.
